Sonifikation

9 Aktueller Forschungsstand

Der aktuelle Forschungstand im Bereich der Sonifikation ist eng mit der International Conference for Auditory Display (ICAD)[25] verbunden. 1992 organisierten die im weiteren Umfeld des Auditory Display involvierten Wissenschaftler erstmals die ICAD, die wie der nachfolgende Aufbau der Sonifikationsgemeinschaft vor allem dem Wissenschaftler Gregory Kramer zu verdanken ist. Es ist ein globales und interdisziplinäres Forum für den Erfahrungsaustausch von Forschern aus Disziplinen wie Medizin, Physik, Mathematik, Soziologie und Psychologie sowie von Designern und Künstlern. Im Rahmen dieser Konferenzen hat sich die Definition der Begriffe rund um Sonifikation weiter geschärft.

Behandelte die ICAD ursprünglich Sonifikation und Auditory Display als rein naturwissenschaftliches Verfahren, so ist spätestens seit der ICAD 2004 und dem Konzert Listening to the Mind Listening eine Einbeziehung von künstlerischen interdisziplinären Ansätzen festzustellen. Dort wurden im Rahmen eines Wettbewerbs zehn Sonifikationen[26] ausgewählt, deren Grundlage die beim Hören eines Musikstücks aufgezeichneten EEG-Messdaten einer Person bildeten. Auch zur ICAD 2006[27] gab es einen öffentlichen Wettbewerb basierend auf globalen soziologischen Datensätzen sowie ebenfalls zur ICAD 2009, bei der Sonifikationen basierend auf der DNA-Sequenz von Backhefe angefertigt wurden.[28] Dabei wurden wissenschaftliche und künstlerische Sonifikation voneinander getrennt beurteilt. Denn auch, wenn eine wissenschaftliche Sonifikation wie ein musikalisches Werk klingen kann, ist es vielen Forschern wichtig, zwischen naturwissenschaftlichem Erkenntnisinteresse und künstlerischem Konzept zu unterscheiden. So ist aus wissenschaftlicher Perspektive auch die Entwicklung von Standards in der Realisierung und der Beschreibung von Sonifikationen[29] ein wichtiges Ziel, um den allgemeinen Nutzen für ein breiteres Publikum zu vergrößern und um sinnvoll zu einer Kanonisierung der Methode beizutragen.

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